[Zucht | Aufzucht]
Regenbogenfische sind Dauerlaicher und können daher das ganze Jahr über ablaichen. Besitzt man ein großes Aquarium mit dichtem Pflanzenbestand und Schwimmpflanzen, die den Jungfischen Schutz bieten, werden sich viele Arten langsam vermehren. Die Elterntiere stellen ihrem Laich meistens nicht nach, nicht aber Salmler oder andere vergesellschaftete Fische. Jungtiere finden zwischen den Pflanzen Kleinstlebewesen und können sich von diesen erst einmal ernähren. Später kann man mit Staub- oder Flüssigfutter weiterfüttern.
Um mit der Zucht zu beginnen, braucht es ein paar Vorraussetzungen. Die Wasserhärte ist in jedem Fall zweitrangig, da Regenbogenfische über einen großen Toleranzbereich verfügen. Tatsächlich sind sie sogar bis zu einer Härte von 20°dGH zu züchten.
Notwendig sind eine gewisse Anzahl von Aquarien, man spricht schon bei drei Becken ab 40l aufwärts von einer Zuchtanlage. Die Zuchtbecken müssen bei den meisten Regenbogenfischen nicht sehr groß sein. Es reichen meistens Becken von 40 - 50 liter volkommen aus. Eine Zuchtanlage benötigt also nicht sehr viel Raum, allerdings sollten die Becken gut zugänglich sein und ein Wasseranschluß in der Nähe für den Wasserwechsel erleichtert das Pflegen wesentlich. Man muß natürlich nicht gleich mit vier Aquarien anfangen zu züchten, es reicht in vielen Fällen auch schon ein 60cm Becken, das oft auch sehr günstig als Komplett-Set zu haben ist.
Sind die technischen Vorraussetzungen erfüllt, kann man sich an die Auswahl des Zuchtpaares machen. Die im Handel angebotenen Arten sind meist noch nicht geschlechtsreif, man muß sich also erst einmal einen Stamm in einem großen Becken aufziehen. Das Männchen zur Zucht sollte im Idealfall 6 Monate älter als das Weibchen sein, da es erst später geschlechtsreif wird. Das könnte bei Zuchtproblemen mit jüngeren Regenbogenfischen auch die Ursache für ausbleibenden Nachwuchs sein. Zur Zucht sollten nur vollkommen ausgefärbte Elterntiere ausgesucht werden, damit die Nachkommen die selbe schöne Färbung aufweisen.
Man sollte sich beim Züchten auch um eine Blutauffrischung bemühen, das heißt beim Züchten über längere Zeit immer Tiere aus anderen Zuchtstämmen mit einkreuzen, was Degenerationserscheinungen weitgehend verhindern kann.
Das Zuchtaquarium sollte folgendermaßen aufgebaut sein: ein mit einer Membranpumpe betriebener Luftfilter, 1cm Bodengrund aus 2-3mm starken Kies, Laichsubstrat. Als Laichsubstrat eignet sich am besten Javamoos, das in fast jedem Becken gut wächst oder Teichlebermoos. Es kann auch ein künstlicher Laichmop aus syntetischen Wollfäden verwendet werden, ich aber bevorzuge die natürliche Variante. Ein paar Schwimmpflanzen bieten den Elterntieren zusätzlich noch Rückzugsmöglichkeiten.
Man setzt die Fische entweder paarweise oder als Trio (1,2) in das Zuchtbecken. Gewöhnlich fangen sie recht schnell an, in das Javamoos abzulaichen. Das Männchen imponiert dem Weibchen, indem es die Flossen auffächert, ruckartig um den Laichplatz herumschwimmt und - bei einigen Arten der Fall - einen neongelben Balzstreifen auf dem Kopf aufleuchten läßt. Es versucht so das Weibchen ins Moos zu locken. Hat das Männchen Erfolg, laicht das Weibchen im Moos seine Eier ab, welche vom Männchen befruchtet werden. Die Eier von Regenbogenfischen sind glasklar und haben sogenannte Eifäden. Berühren diese das Laichsubstrat, ziehen sie sich zusammen und heften das Ei an das Substrat.
Man entfernt die Elterntiere nach etwa 1 Woche. Normalerweise haben sie die Eier ignoriert und nicht gefressen.
In dem Laichsubstrat sind jetzt eine ganze Menge Eier vorhanden, die max 7 Tage Altersunterschied aufweisen. Man könnte natürlich auch jeden Tag das Laichsubstrat austauschen, jedoch muß man dafür schon 10 - 15 Büschel Javamoos zur Verfügung haben ( soviele Tage brauchen die Jungfische zum schlüpfen) und das andere Becken muß die selbe Wasserqualität wie das Zuchtbecken aufweisen, da sonst der Laich Schaden nimmt.
Bei jungen Zuchtpaaren, die zum ersten Mal ablaichen, kommt es meist zu einer erhöhten Anzaha von verpilzten Eiern, was sich jedoch mit der Zeit gibt.
Die Brut schlüpft je nach Art unterschiedlich, oft aber nach 7 Tagen. Die Jungfische haben ihren Dottersack schon aufgebraucht und schwimmen umgehend zur Wasseroberfläche, um dort nach Nahrung zu suchen. Dort müssen sie dann auch sofort und in den nächsten Tagen gefüttert werden.
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Die Jungfische nehmen zu dieser Zeit nur Nahrung von der Oberfläche auf, abgesunkenes Futter wird ignoriert. Es darf deshalb auch nicht zuviel gefüttert werden, da das übrige Futter dann auf dem Boden vergammelt. Es ist jetzt auch zu überlegen, ob man die Jungfische von der Oberfläche mit einem Sieb abfängt und in ein kleineres Glasbecken mit Schaumstoffilter aber ohne Bepflanzung und Bodengrund überführt, da man ein solches Becken einfacher sauber halten kann. Auch hier ist darauf zu achten, daß das Wassser annähernd gleich ist.
Größere Arten kann man mit Mikrofutter, Flüssigfutter (Interpet Liquifry No 1) und Essigälchen ernähren. Kleine Rgenbogenfischarten sollten anfangs mit Infusorien oder feinstem Staubfutter (Sera micron) ernährt werden. Infusorien setzt man am besten schon einige Zeit vor dem erwarteten Schlupftag der Jungfische an, um dann sofort Nahrung verfügbar zu haben. Nach etwa 2 Wochen kann man dann mit gezüchteten Artemia und Essigälchen weiterfüttern.
Gefüttert werden sollte dann drei bis vier Mal am Tag, am besten mit verschieden großem Futter, da die Jungfische ja einen Altersunterschied von bis zu 7 Tagen aufweisen können.
Entscheidend über Erfolg oder Mißerfolg sind bei der Aufzucht natürlich noch die Hälterungsbedingungen. Jungfische sind vor allem gegen Abbauprodukte sehr anfällig, so daß ein regelmäßiger Wasserwechsel und eine ausreichende Filterung unbedingt notwendig sind.
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