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Achim Schelleckes
1999 - 2004
come to the rainbow :: Regenbogenfische :: Haltung
[Vorwort | Das Regenbogenfisch-Aquarium | Aquariengröße | Beleuchtung | Filterung | Bepflanzung]


Regenbogenfische gehören wohl zu den schönsten Aquarienfischen überhaupt. Ihre Haltung im Aquarium ist recht unkompliziert, solange man einige Pflegemaßnahmen beachtet. Regenbogenfische sind äußerst anpassungsfähig und können in fast jedem Aquarium gehalten werden. Außerdem haben sie alle Eigenschaften, die ein Zierfisch in unserem Sinn haben sollte: Sie sind friedlich, einfach zu züchten, anpassungsfähig und haben eine sehr schöne Färbung. Sie sind auch zur Vergesellschaftung mit anderen Zierfischen geeignet und es gibt eine große Anzahl von verschiedenen Regenbogenfisch-Arten. Große Regenbogenfische werden etwa 4-6 Jahre alt, kleinere Arten wie zum Beispiel die Blauaugen erreichen ein Alter von 1-2 Jahren. Welche Größe auch immer, die Haltung aller Arten wird mit Bestimmtheit viel Freude bereiten.


Bevor man ein Aquarium einrichten will, muß man sich darüber informieren, welche Ansprüche die ausgewählten Arten an das Aquarium stellen. Kann man diese erfüllen, macht man sich an die Zusammenstellung aller Einrichtungsgegenstände. Einige Aquarientypen für die verschiedensten Regenbogenfischarten werden im weiteren aufgeführt. Diese Beispiele sollen allerdings nur als Anregung dienen, letztendlich entscheidet ja doch der eigene Geschmack.

Es treten in der Natur etwa vier Lebensräume auf. Viele große Regenbogenfische leben in Seen. Für diese braucht man ein großes Aquarium ab 200l, das den Fischen viel Schwimmraum bietet. Die Bepflanzung richtet sich hier vor allem auf den Hintergrund mit hohen Pflanzen und einige niedrige bis mittelhohe Pflanzen im Vordergrund. Einrichtungsgegenstände wären zB. Flußkies und Steine, die ein Ufer nachbilden können. Eine Morkienholzwurzel würde sich als "Treibholz" eignen. Die Bepflanzung sollte den Fischen aber dennoch genügend Rückzugsmöglichkeiten bieten.

Einen anderen Lebensraum stellen Bäche und Flüsse dar. Die Nachbildung eines Bachlaufs ist recht vielseitig und bietet dem Aquarianer eine Fülle von Möglichkeiten. Gesteinssorten sollten sorfältig ausgesucht werden, damit sie später im Aquarium auch ein harmonisches Bild abgeben. Wichtig in einem Flußaquarium ist die richtige Strömung. Sie kann durch den Filter oder eine zusätzliche Pumpe erreicht werden. An Pflanzen sollte es hier natürlich nicht fehlen. Es eigenen sich hier, abgesehen von sehr feinen Arten, fast alle anderen Aquarienpflanzen.

Andere Regenbogenfische, die in Sumpfgebieten oder Lagunen vorkommen, können in konventionell dicht bepflanzten Aquarien gepflegt werden. Auch hier sollte etwas freier Schwimmraum vorhanden sein, denn alle Regenbogenfische schwimmen hin und wieder gerne.

Die letzte Variante ist das Brackwasser Becken. Jedoch gehe ich hier nicht näher auf diese Art ein, da es im Handel so gut wie keine Brackwasser Regenbogenfische gibt.


Die Aquariengröße ist abhängig von Filterung, Verhalten und Anzahl der Fische. Empfehlungen sind meistens das Minimum, mehr Volumen schadet nie. Natürlich gibt es kleine Arten, die in 60 cm Becken gepflegt werden können. Hierzu zählen vor allem die Blauaugen oder kleine Regenbogenfische wie zB. Werners Regenbogenfisch. Für andere Arten ab 5-6 cm eignet sich ein Aquarium ab 100l für einen kleinen Schwarm am besten. Je größer das Volumen ausfällt, umso einfacher ist es natürlich, ein stabiles Millieu herzustellen. Große Arten wie G. incisus benötigen mindestens ein Aquarienvolumen von 200l, besser wäre ein 240-300l Becken. Auf Mini-Aquarien sollte bei der Regenbogenfischpflege verzichtet werden.


Die Beleuchtung sollte 10-14 Stunden täglich betragen. Eine Zeitschaltuhr sorgt für eine regelmäßige Beleuchtungsdauer, die sowohl für Fische, als auch für Pflanzen sehr wichtig ist. Der Fachhandel bietet einige Möglichkeiten zur Beleuchtung, eine Abdeckung mit Neonröhren reicht aber vollkommen. Diese sollten nach etwa einem halben Jahr erneuert werden, da ihre Lichtintensität mit der Zeit abnimmt.


Der wichtigste Faktor für die Regenbogenfischhaltung ist die Wasserqualität. Regenbogenfische leben meistens in klaren fließenden Gewässern. Um eine solche Wasserqualität im Aquarium zu erreichen, müssen alle Schadstoffe so gering wie möglich gehalten werden. Verantwortlich für eine sehr gute Wasserqualität ist neben Wasserwechsel die Filterung. Eine Wasserfilterung entfernt im Wasser gelöste Schadstoffe (Ausscheidungen der Fische) und feste Schwebeteilchen. Hierzu eignen sich viele Arten von Filtern, sei es ein Außenfilter oder ein Bio-Innenfilter. Die Filtergröße richtet sich nach dem Fischbesatz und dem Beckenvolumen. Der Handel hält eine Große Auswahl von Filtern für jegliche Beckengröße bereit.
Doch selbst der beste Filter kann die Wasserqualität nicht auf Dauer halten. Es sammeln sich neben Stickstoffen nämlich auch noch andere Schadstoffe an, die nur durch Wasserwechsel entfernt und niedriggehalten werden können. Es wird viel über Wasserwechsel in Büchern geschrieben, in einem Buch heißt es alle 2 Wochen, in einem anderen alle 3-4 Wochen. Fakt ist, daß bei allen Fischen ein häufiger kleiner Wasserwechsel mehr bringt als ein großer alle 4 Wochen. Bei meinen Regenbogenfischen hat sich ein Wasserwechsel von 1/4 des Wassers jede Woche bewährt.

Während des Wasserwechsels kann gleichzeitig mit einer Mulmglocke der Bodengrund gereinigt werden. Danach ist beim Auffüllen des Aquariums darauf zu achten, daß das Wasser langsam wiederzugeführt wird, so daß die Fische keinen Temperaturschock bekommen. Eine Aufbereitung des Wassers ist nötig (empfehlenswert: Tetra Aqua Safe bereitet nicht nur das Wasser auf, sondern gleicht auch die Jodarmut des Leitungswassers aus)

Es ist natürlich auch wichtig die Wasserwerte zu testen, um Probleme zu erkennen bevor die Fische ernsthaft erkrankt sind. Bei Regenbogenfischen muß man auf Nitrat, Nitrit, den Ph-Wert und den Sauerstoffgehalt achten. Die Härte des Wassers ist eigentlich zweitrangig, da die Regenbogenfische ihr gegenüber sehr anpassungsfähig sind. Fast alle Arten sind bei mittlerer Härte (ca 10°dGH) im Aquarium zu pflegen. Plötzliche Änderungen der Werte bedeuten Stress für die Tiere und schwächen ihr Immunsystem was dann meistens Krankheiten zur Folge hat. Geringe Temperaturschwankungen (Tag/Nacht) sind nicht schädlich, können sogar die Abwehrkräfte steigern.


Regenbogenfische halten sich bevorzugt in der mittleren Wasserregion auf. Da sie gerne und ausgiebig herumschwimmen, benötigen sie viel freien Schwimmraum. Die Bepflanzung sollte sich daher auch auf niedrige bis mittelhohe Pflanzen und wenige hohe Hintergrundpflanzen beschränken. Für einen guten Pflanzenwuchs ist eine regelmäßige Düngung notwendig. Vor allem das in den Pflanzenzellen enthaltene Eisen muß dem Aquarienwasser regelmäßig zugeführt werden. Auch hier hält der Handel einige Dünger bereit (empfehlenswert:Dennerle V30 Universaldünger und E15 Eisentabletten).

Je näher die Wasserwerte und Lebensbedingungen im Aquarium am natürlichen Lebensraum gehalten werden, umso besser wird es ihren Regenbogenfischen gehen und desto länger werden Sie Freude an ihrem Aquarium haben.





Zwei natürliche Lebensräume von Regenbogenfischen in Australien